gendersegregration & erziehung

… gehören zu den dingen, über die ich nie so bewusst nachgedacht habe. erstmals aufgefallen ist es mir bei meiner ersten reaktion auf die (deutsche) debatte über einen “burkini”, die daraus bestand, dass ich mich gewundert habe, was genau das problem ist.
nachdem ich in wien (österreich) aufgewachsen bin, habe ich auch das hiesige öffentliche bildungssystem genießen können, indem auch heute noch gewisse dinge geschlechtsgetrennt voneinander unterrichtet werden.
z.b. textiles und technisches werken, der sexualkunde-unterricht, aber auch und vor allem der sportunterricht. sport ist ja generell so ein ding, wo’s ziemlich sexistisch hergeht. (z.b. wird frauenfußball als das andere vom “normalen”, unmarkierten männerfußball gebrandmarkt.)
nachdem ich mich noch kaum bis gar nicht mit mono- und koedukation auseinandergesetzt habe, aber viel mit antidiskriminatorischer praxis, fand ich es seltsam, dass mir das nicht schon viel eher aufgefallen ist.
ich hab mir vorgenommen, bewusster durchs leben zu gehen und mehr auf solche dinger, wo binär nach geschlecht getrennt wird, zu achten. vielleicht fällt mir in zukunft dann auch auf, wie so manche “kleinigkeiten” dazu beitragen, gewisse lebensentwürfe schon von früh an zu verunmöglichen.

was mich zum anderen thema bringt. die frage, wieviel zuwendung, aufsicht und kontrolle kinder brauchen. bzw. was die erwartungshaltungen an eltern oder anderen erziehungspersonen sind und was für lebensentwürfe möglich sind bzw. wie emanzipatorisch die in einer von kapitalistischen zwängen unterworfenen welt sein können.
mein problem (also warum ich denke, dass ich nicht viel zu der diskussion beitragen kann) ist, dass ich nie vorhatte kinder zu haben und dass ich bis vor kurzem auch nicht verstanden habe, wieso andere das wollen und erst am beginn des kritischen aufarbeitens meiner eigenen kindheit bin.
problematisch finde ich, dass nicht nur in broschüren wie “alles was recht ist” ehe zwischen mann und frau als grundvoraussetzung für kinder und familie gesehen wird, und dass der heteronormative lebensentwurf massiv privilegiert und subventioniert wird, während andere teilweise kriminalisiert und verunmöglicht werden. auch in den köpfen der menschen ist vieles nicht anders denkbar und alternativen orientieren sich meist am ideal einer kernfamilie, welches sich um das wohl des kindes sorgen soll, kann und muss.
am meisten stört mich daran, dass das wohl des kindes™ oftmals als rhetorisches mittel herangezogen wird, über das sich alle streiten können. ein kind sei glücklich, wenn es geborgen ist, wenn es sich auf bestimmte bezugspersonen verlassen kann, wenn es einen freiraum hat, von der harschen realität geschützt wird, ein sorgloses leben führen kann, keine alpträume wegen unkontrollierbaren medienbildern haben muss, … und dass mit diesen teilweise völlig absurden ansprüchen, dann ein narrativ über unverantwortliche eltern aufgebaut wird. eltern, denen ihre karriere wichtiger ist, die keine guten vorbilder oder die alleinerziehend sind, etc.
und ich mag diesem bild jetzt gar nicht zustimmen, indem ich darauf eingehe, inwiefern kapitalistische sachzwänge den alleinverantwortlichen eltern keine andere wahl lassen, sondern viel mehr darauf hinweisen, dass die alternativlosigkeit wohl auch daher kommt, dass ja z.b. das mit der alleinverantwortlichkeit eine meines erachtens falsche prämisse ist. gesellschaftliche erwartungshaltungen geben viel vor und wenn so dinge, die viele menschen betreffen, ins private geschoben werden, dann sind alternativen meist im vorhinein zum scheitern verurteilt, weil viel schwerer aufzubrechen.

persönlich finde ich nicht, dass es eine blutsverwandtschaft braucht, um kinder erziehen zu können. genauso wenig, wie die bindung an eine bezugsperson einzigartig sein muss oder dauerhaft. es gibt dafür letztlich auch kein patentrezept.

öffentlichkeit & privates

die unterscheidung in öffentlich & privat ist immer kontextabhängig und nicht klar definierbar. mal bezeichnet sie den unterschied zwischen öffentlich (also staatlich) organisierte/finanzierte vs. private unternehmen, mal eine unterscheidung zwischen privatsphäre (familie, freunde, freizeit, …) und öffentlichkeit (arbeitsleben. medial, …) oder vielleicht auch produktion und reproduktion. wobei die grenzen immer fließend sind, wenn sich eins betrachtet, wieviel einfluss z.b. private unternehmen haben oder was für vorstellungen von “der gesellschaft” medial konstruiert werden… im weiteren werde ich mich großteils auf die unterscheidung zwischen öffentlicher und privater sphäre beziehen.

die trennung der beiden sphären ist me eine großteils bürgerliche fiktion. sie geht ua. davon aus, dass politik nur über den staat & recht (+ zugehöriges gewaltenmonopol) passiert und alles andere, keinerlei regelung oder offenlegung im zwischenmenschlichen bereich bedarf (im extremfall ist dann alles erlaubt, was nicht verboten ist). die machtbeziehungen auch im privaten werden generell ausgeblendet. aber auch dass das gewaltenmonopol des staates nur funktioniert, weil alle mitmachen, geld nur tauschwert hat, weil das alle akzeptieren, etc.

absurde formen nimmt das in der rhetorik des libertären diskurses an, indem plötzlich historisch gewachsene und tlw. ziemlich gewaltvolle beziehungen ahistorisch als win-win-verträge zwischen allen beteiligten dargestellt werden. dass gesellschaftliche konventionen dabei auch sexistisch sein können, wird dabei geflissentlich ignoriert. so wird z.B. im genannten diskurs tlw. die ehe als kulturell und rechtlich institutionalisiertes gebilde begriffen, wo es ganz natürlich wäre, dass die frau schwächer sei, nicht die familie ernähren und könne und deshalb mit einem mann im gegenzug für sex- und reproduktionsarbeit, schutz und unterkunft kaufen würde.

wahrscheinlich (wenn es eine frage der argumentation wäre) hätten libertäre prinzipiell nichts gegen andere formen, menschlichen zusammenlebens. das problem ist, dass bei der argumentation meist alle anderen kulturellen und rechtlichen einflüsse ausgeblendet werden und mit biologistischen argumenten versucht wird, die privilegierung eines lebensentwurfs zu rechtfertigen, für die es kaum anerkanne alternativen gibt.

dass das private politisch ist, sollte spätestens seit den 70er jahren bekannt sein. viele entscheidungen werden nicht transparent und öffentlich getroffen, sondern in informellen treffen. – wobei ich hier mal einhaken und klarstellen möchte, dass es mir nicht um eine weiteres staatliches oder journalistisches eindringen in die privatsphäre geht, sondern eher darum den blick aufs ganze zu schärfen.

so wurde ich neulich in einem streitgespräch mit einer anderen person darauf hingewiesen, dass ich doch bitte nicht so sprechen solle, als ob ich gerade eine öffentlichkeit adressiere, weil’s ja eh ein privates gespräch sei und wir uns ja vertrauen könnten und weil die andere person ja kein_e journalist_in wäre, ich ruhig offen und ehrlich sagen könnte, was ich wirklich denke. ein wie ich finde problematischer tropus der sich neulich auf einem seminar in leicht abgewandelter form wiederholt hat, als ein teilnehmer die meinung geäußert hatte, dass er sich halt in der öffentlichkeit zumindest rhetorisch einem gewissen diskurs unterwerfe, um mitreden zu können. (ich problematisiere das gerne, weil solche unbewussten äußerungen, die implizieren können, das was anderes gemeint ist, für mich markieren, dass die person grad nicht ehrlich und offen mit mir redet.)

das problem ist hier zweierlei: erstens die annahme, dass es eine öffentliche sphäre gebe, in der eins aufpassen müsse, was eins sagt, bzw. in der eins (als politisch aktiver mensch) alles tun müsse, um einen möglichst inklusiven raum zu schaffen, wozu dann komplementär die private sphäre gedacht wird, in der es meist darum geht, einen “geschützten” raum der privatsphäre zu nutzen. unter freunden soll nicht alles ein politikum sein, soll zwar rücksichtsvoll miteinander (meistens nicht einmal das) aber darf ignorant gegenüber dem rest der welt™ gedacht und gehandelt werden. und zweitens die ignoranz gegenüber eigenen privilegien, macht- und wirkverhältnissen.

es scheint ein privileg von vielen männern nicht über sexistische strukturen nachdenken zu müssen, für die sie dann z.b. als politische vertreter schon mal einen tomatenwurf verdienen dürfen. diese idee, in der öffentlichkeit politische meinungen vertreten zu können (z.b. über gleiche beteiligung im haushalt) wird doch genau dann ad absurdum geführt, wenn ein nachwuchspolitiker sich dann nicht mit der frage der reproarbeit auseinandersetzt und es nicht als seine aufgabe sieht, den geschirrspüler auszuräumen oder die frage zu beantworten, wer das denn sonst macht.

es ist konventionssache, welche äußerungen an welche öffentlichkeit adressiert und weitergesagt werden können (bzw. vertraulich sind). und ich glaub, dass genau hier z.b. facebook mit seinen privacy-einstellungen die bedürfnisse vieler menschen nicht abdecken kann.

(sorry für etwaige gedankensprünge und fehlende referenzen. wird vielleicht mal bzw. auf nachfrage ergänzt…)

Reife

Je älter ich werde, desto mehr merke ich, dass ich mich doch öfter irre als mir lieb ist. Was vielleicht an meinem Perfektionismus liegen kann oder dem Wunsch alles zu wissen, zu verstehen. Jo und manchmal merke ich auch, dass ich einfach nur zu früh aufgebe und KonflikteKonfrontationen scheue.

Schön finde ich ja, dass ich nicht dogmatisch auf eine konkreten Identität beharre, sondern eher ein Fähnchen im Wind bin. Dennoch denke ich, dass ich noch geprägt von vielen Dingen bin, die ich nicht aufgearbeitet habe. Nicht nur in Bezug auf Geschlecht (so finde ich ja, als eine_r der in Wien aufgewachsen ist, die deutsche Debatte zum Thema “muslimischer Schwimmanzug” teilweise äußerst bizarr, weil nicht nur der Sportunterricht in meiner Jugend geschlechtlich segregiert worden ist), sondern auch alle möglichen Konzepte, die gesellschaftlich als “normal” vermittelt werden.

z.B. habe ich ein dringendes Bedürfnis, alles kritisch zu hinterfragen. Ob’s um Demokratie, Staat, Nation und Menschenrechte geht oder um Geschichte, Tierrechte, Moral und Ethik. Dabei geht’s mir nicht darum, irgendwelche geheimen Gremien verantwortlich zu machen und z.B. eine jüdische Weltverschwörung zu vermuten – sondern mehr die offensichtliche Machtwirkungen und -ausübungen anzugreifen. (Was in meinen Augen bei manchen auch als “das Ganze hinterfragen” bekannt ist.)

ich vertrete diesbezüglich gerne eine ignorant-anmutende Antihaltung zu vielen Themen und schieb es auf meine Schulbildung, die ich laut einem ehemaligen Schulkollegen nicht entsprechend gewürdigt habe (btw: wenn er die Lehrpläne machen würde, wäre alles besser gewesen). so denke ich, dass “allgemeinbildung” überbewertet wird bzw. so wie’s im tagtäglichen Diskurs als Argument angeführt, total scheiße.

Damit will ich nicht sagen, dass Schulbildung oder Schulpflicht prinzipiell abzuschaffen wäre und die Leute sich selbst überlassen bleiben sollen (bzw. ihren finanziellen Möglichkeiten..). Mir geht’s da eher, wie gesagt, um eine grundsätzliche Kritik.

  • In der AHS lernt eins nicht, wie mensch mit Institutionen umgeht. Was der Sinn und Zweck von gewissen bürokratischen Abläufen ist.
  • Oder dass eins massiv privilegiert ist und Rücksicht auf nicht-privilegierte nehmen sollte. Im Gegenteil geht’s viel mehr darum, sich auf die eigene Bildung was einzubilden und kein Problem mit Zwei- oder Mehrklassengesellschaft zu haben.

Eigentlich wollte ich nur drüber ablästern, dass ich keine Lust auf Referate hatte. Weil mein eigener Perfektionismus es mir verunmöglicht hatte, eine nicht vollständige philosophische Abhandlung abzugeben oder vorzutragen. Und dann nachholen, was ich damals verpasst habe. Also zumindest ein Essay über Tierrechte schreiben. (Mein Problem ist, dass ich grad überhaupt keine Lust auf Recherchen habe…)

Neulich beim (online-)shoppen…

Amazon verkauft eh alles, darunter auch Kleidung.

Damen Herren

Jo. Gleich mal nachschauen, was da los ist. Umstandskleidung ist laut Wikipedia für Schwangerschaft gedacht. Jumpsuits scheinen Overalls zu sein. Warum es keine Kleider, Röcke und Leggings für Männer gibt, will mir nicht in den Kopf. Genauso wenig, warum es nur für Frauen Kostüme, Blazer und Dessous und stattdessen nur für Männer Anzüge und Sakkos gibt.

Tjo.

Bürokratie

Neulich im Posteingang. Ein Brief in dem mein Antrag auf Erlass der Studiengebühren abgelehnt wird. Interessant natürlich die Begründung, weil sie gerade nicht auf mich zutrifft. Was mich ein bisschen stört, weil ich das Dokument, aus dem das eigentlich klar (so dachte ich zumindest) hervorgehen sollte, schon wochenlang, überall gesucht hatte und ich schon kurz davor war, mich zu informieren, was denn der Weg wäre, einen Ersatz für diese Bestätigung ausstellen zu lassen. Desweiteren wusste ich auch nicht, wann mit einer Antwort zu rechnen war und inwiefern sich dieser ganze bürokratische Prozess nach hinten verschieben könnte, so dass ich etwas machen müsste, was ich nicht wollte (z.B. anrufen, hingehen, Beschwerde einlegen, Beratung aufsuchen, …) oder keine Zeit (wegen Fristen und Erhöhung um 10 Prozent) wäre, irgendwas noch per Mail richtig zu stellen. Das letzteres leider notwendig war, zeigte sich, dass ich offensichtlich etwas vergessen hatte: anzugeben, seit wann ich studiere. Eine Information, bei der ich dachte, dass sie sowieso kontrolliert werden würde und müsste.

Selber habe ich ja ein eher ambivalentes Verhältnis zur Bürokratie. Auf der einen Seite finde ich es nämlich durchaus angenehm, davon auszugehen, nicht direkt von menschlicher Willkür abhängig zu sein. Also Wege und Möglichkeiten zu haben, auf denen ich gehen und mich zu einem gewissen Grad auch verlassen kann, also auch wenn die auf der anderen Seite des Schalters mal einen schlechten Tag haben oder durch die bürokratische Realität schon so abgehärtet sind, dass sie in ihrer Funktion nicht mehr als “Menschen” agieren können. Und mich bei der Illusion zu ertappen, dass es irgendwie so sein müsse, dass nichts anderes funktionieren könne, usw.

Auf der anderen Seite merke ich aber, dass diese Unbehagen, die mir der Kontakt mit dem bürokratischen System bereiten, sowie die Unbequemlichkeiten, die eins in den Weg gelegt werden, die Zeit kosten und für die eins auch noch arbeiten darf, jetzt für mich vielleicht ein kleineres Problem darstellen (groß genug, um über Alternativen nachzudenken, aber mich (noch) nicht in meiner Existenz bedrohen). Für andere aber unüberwindbarere Hürden darstellen, bloß weil sie nicht dieselben Privilegien genießen wie meine Wenigkeit: z.B. eine Bestätigung des Verwaltungsapparates, dass ich im “richtigen” Verwaltungsgrätzel wäre (Staatsbürgerschaftsnachweis, Auszug aus dem Melderegister, …), oder dass ich mit Bestätigung und Support rechnen kann, wenn mal was nicht läuft und mir keine_r erklärt, warum es irgendwie “richtig” wäre, dass ich “kein Einzelfall” bin, etc.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Technisierung und Automatisierung gut finde, weil ich dann zumindest gefühlt weniger Kontakt mit diesem unmenschlichen System habe, menschliche Fehler mehr oder weniger auszuschließen sein sollten und vielleicht auch behebbar wären (insofern eins die Regeln für die Algorithmen transparenter gestalten müsste und theoretisch ändern können sollte), oder nicht, weil’s dann nur noch öfter heißen wird, “da könne man nichts machen” und die Möglichkeiten, Umwege zu gehen, länger, komplizierter und unmöglicher werden (schließlich gibt’s schon jetzt auffällige, institutionalisierte Ungerechtigkeiten, mit der die demokratische Mehrheit scheinbar problemlos leben kann)…

quick note about intended audiences

als ich mit dem bloggen angefangen habe, wusste ich noch nicht, dass ich mal auch leser_innen haben werde. wie im about geschrieben (oder vielleicht auch nur gedacht), wollte ich mich nicht damit aufhalten, zu überlegen, wer jetzt meine texte liest, sondern einfach nur schreiben (üben/lernen/verbessern/…).

nun denk ich aber doch angeregt durch einen beitrag in einem buch (und auch durch ein video zum überwachungsstaat), dass es sehr wohl auch darauf ankommt, für wen eins schreibt bzw. wen eins sich als potenzielle leser_innen vorstellt. schließlich will ich zum einen nicht allen das gleiche erzählen und mich auch nicht mit allen über das gleiche unterhalten. und zum anderen will/muss ich auch rücksicht nehmen können darauf, wie andere damit umgehen (könnten/müssen), was ich schreibe.

interessant finde ich ja, dass dieser aspekt des schreibens meist unbesprochen bleibt. dass ich diesbezüglich weder bei steven pinker nochnichts in schreibwerkstätten lerne. da geht es eher darum eine stringente geschichte erzählen zu können, die nachvollziehbar ist. damit alle was davon haben.

tjo. vielleicht wäre es ja auch eine möglichkeit gedankensprünge irgendwie zu kennzeichnen. oder diese aufgabe den leser_innen zu überlassen. (zumindest beim bloggen und kommentieren, denk ich, dass schreiben interaktiv genug ist, um rückfragen stellen zu könnnen…)

korrektur: steven pinker nennt’s (was eins aus einer anderen perspektive epistemische gewalt nennen könnte) “the Curse of Knowledge”…

momentanen interessensfelder

was folgt ist ein ausgesparter teil für eine mailingliste, weil sie eher notizen für mich sind, was ich gerne machen würde / zu was ich gerne mehr arbeiten/forschen würde.

bei technikkritik ginge es mir um einfache fragen, wie was ist technik? inwiefern sind wir auf welche technik(en) angewiesen? was schreibt uns die technik, die wir nutzen, vor? was ermöglicht sie? wobei mein apell eher ein nüchterner blick auf technik wäre und net der aufruf “zurück zur natur” und so. (die grenze zwischen natur und technik/kultur ist ja auch hinterfragenswert…)

solidarische ökonomie: ausgehend davon, dass es nicht nur individuelles eigentum gibt, stellt sich die frage, wie es mit kollektivem eigentum steht? was das heißt? und was für probleme (z.B. ausschlüsse) und möglichkeiten sich dadurch ergeben? bsp. entwicklung freier software und die frage, ob und inwiefern eine solidarischere ökonomie auch im analogen umsetzbar ist.

hegemoniale wissensproduktion: hängt für mich auch ein bisschen mit dem vorherigen punkt zusammen, aber geht in eine bisschen andere richtung. fragen wären eher: was ist wissen? wann ist etwas wissen? was ist hegemonie? wer entscheidet das überhaupt? und inwiefern hat das alles auch mit feminismus und herrschaftskritik zu tun? (gerne auch konkreter am beispiel der uni wien bzw. informatik – was sind die prämissen, woran forschen die leute und inwiefern kommt was zu kurz, nicht vor, etc.)

und zum schluss fänd ich’s auch spannend, so zu schauen, inwiefern sich diskurs oder standpunkt theorien auch “informatischer” herleiten/erklären bzw. ausdrücken lassen. (mir schwebt da schon seit längerem etwas im kopf, was ich visuell gern als video umsetzen möchte…)

inwiefern ich das ganze noch mit früheren interessensfeldern verknüpfen lässt, bin ich mir grad nicht sicher, aber denke schon, dass es einen weg gibt, den konnex zu kognitionswissenschaftliche grundlagen zu finden. ;)